EDUKAMO

oder: die Rettung der kindlichen Lebensfreude

Ein kleines neues Schul- und Betreuungsprojekt , örtlich angesiedelt im französischen Jura-Doubs-Gebiet, auf dem Gehöft Kamo. Die Sache ist „vorsichtig am Werden“, immer ausgehend von konkreten Begebenheiten, Umständen. Zunächst ist alles eine Baustelle, in sachlicher, sozialer und ideeller Hinsicht – und viel Umsicht, Geduld und Zuversicht sind gefragt; und Vertrauen in kommende Hilfestellungen aller Art. Die Zeichen der Zeit stehen fraglos auf Sturm – da braucht es seelische Qualitäten, auch ein bisschen Mut zu „Visionen“. Schließlich muss sich alles Neue seinen gerechten Platz erkämpfen? Viel fest gefügte Institutionen sind aktuell am wackeln, wie steht’s denn um Erziehung und Schule? – .. Wer die Schlüssel zum heutigen Bildungswesen verwaltet, wird für die hier aufgeworfenen Fragen kein Verständnis haben.

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Zunächst soll diese Webseite ein wenig vom Hintergrund des Projektes (soll man das etwas vorschnell als „integrale Schule“ bezeichnen?) berichten…

Il faut surtout du courage….

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Schule q u o v a d i s ?

Weshalb die „alten“ Lehr- und Lernysteme immer zerbrechlicher werden

Irgendwann in der Geschichte der Menschheit trat (spielerisch – „Skhole“ griech. bedeutet Muße!) die Idee der „Schule“ auf, welche – nach nun etwa zwei Jahrtausenden – zur „Schulpflicht“ degeneriert ist. Das natürliche Streben der Kinder nach Selbstentfaltung – entlang den Idealen von Nachahmung/Vorbildsuche/Erlebensdrang/Selbstbehauptung/etc. – ist im Gehege des öffentlichen Schulsystems zur komplexen Anpassungs-Routine geworden, des jungen Menschen natürliche Lebensfreude befindet sich latent in Vorbeugehaft. Die Ziele dieses – meist national oder kommerziell gefärbten – Bildungssystems spiegeln ein flächendeckendes materialistisches Menschenbild, dem vorläufigen Endprodukt der kirchlich/akademischen Dogmengeschichte der vergangenen Jahrhunderte. In diesem wird der Mensch vorwiegend als „biologisches“ Einzelwesen innerhalb eines staatlich/ökonomischen Systems verstanden. Biotechnologische und digitale Innovation sind die naturgemäße Konsequenz davon, die Perfektionierung des Systems bedingt die physisch-physiologische „Verbesserung“ bzw. Kontrolle der Bevölkerung. Verunsicherung und Angst sind die Katalysatoren der Konditionierung. Grundpfeiler derselben ist die staatlich finanzierte Expertenpädagogik.

Diesem Paradigma steht die grundsätzlich andere Sicht auf den Menschen als einem individuellen „Geist“- oder Seelenwesen gegenüber, welches sich dank seinem irdisch-physischen Einzelkörper auf dem Weg zur „Selbstverwirklichung“ befindet, auf dem Weg der Individuation, deren wahre Natur das Wissen und Erleben der substanziellen „Gemeinschaft“ der Individuen ist. Diese Sicht ist der eigentlichen Kerngehalt der europäischen Kulturentwicklung, der (als Freiheits- oder „Ich-Impuls“, im vielfach missverstandenen Gewand des „Christentums“) gegenüber allen kollektivistischen Weltentwürfen einen schweren Stand hat, immer als David gegen einen Goliath kämpfend. Die kollektivistischen Menschenbilder aller Couleurs haben gegenüber dem Blick auf die Individualität den „Vorteil“, dass sie dem Betrachter keine mentale Bemühung abfordern – sie stellen sich ohne Besinnung auf das innere Potenzial jeder Menschenseele ein. Der Brennstoff für diese Menschen- und Weltbilder ist der (meist unbewusste) Glaube an ein Absolutes (Axiomatisches), das – im Bezirk der Humanbiologie – in Form einer genetisch“ präformierten Struktur das einzelne Lebenwesen konstituieren/bedingen soll. Dieser („wissenchaftliche“) Glaube wiederholt die traditionell-religiösen Konzepte der Subordination der Geschöpfe unter einen demiurgischen Gott, welcher die Geschicke der Welt von außen leitet. (Im Sinn des aristotelischen „unbewegten Bewegers“.)

Dieses Pradigma wurde durch die europäische „idealistische“ Philosophie von Fichte, Schelling, Hegel bis Nietzsche und Steiner in die Schranken gewiesen. Die instinktive Abwehr dieser (im Denken begründeten) Tatsache von seiten des übermächtigen „naturwissenschaftlichen“ Materialismus wird noch lange andauern, da mit der „Entdeckung“ des geistigen Menschenkernes der Zusammenbruch aller traditionellen Sozialordnungen beginnt. Wenn auch das „Neue“ zunächst nur in kleinsten und mangelhaften Keimformen Gestalt annimmt, wird es sich dennoch seine Bahn brechen. Diese Entwicklung wird mittel- und langfristig – in Form einer klaren Polarisierung der Menschheit – für Erziehung und Bildung von größter Bedeutung sein.

Es versteht sich von selbst, dass die Neuanfänge – vor dem Hintergrund eines geist-empirischen Menschenvertändnisses – vorab im Bezirk der Erziehung stattfinden. Pädagogik ist so gesehen keine Sache von ausgewiesenen Replikatoren bisheriger Schulmodelle. Neuanfänge geschehen aus der mutigen Entschlusskraft echter „freier Geister“, die sich abseits bestehender Strukturen „ans Werk“ machen.

Filii discere per ludens – Kinder lernen spielend, oder: das Lernen ist ein Kinderspiel

( „Schule“ kommt von griechisch „Skhole“, gleichbedeutend mit „Muße“)